Hundeernährung: wie viel und was dein Hund wirklich braucht

Hund frisst Futter aus einem Napf

Zu viel, zu wenig, das Falsche? Rund ums Futter gibt es viele Unsicherheiten. Dabei sind die Grundlagen einfach: die richtige Menge, gute Qualität und ein Blick auf die Figur deines Hundes. Denn Übergewicht ist häufiger, als viele denken.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Fütterungsempfehlung auf der Packung ist nur ein Startwert.
  • Leckerli zählen mit – in die Tagesration einrechnen.
  • Maßstab ist die Figur (Body Condition Score): Taille sichtbar, Rippen fühlbar.

Wie viel braucht mein Hund?

Der Bedarf hängt von Gewicht, Alter, Aktivität und Stoffwechsel ab. Die Packungsangabe ist ein Richtwert – beobachte Gewicht und Figur und passe die Menge an. Ein aktiver Junghund braucht mehr als ein ruhiger Senior.

Was die Zahlen zeigen: Übergewicht ist verbreitet

Studien schätzen, dass je nach Region 40–60 % der Hunde übergewichtig sind. Fachleute beurteilen das über den Body Condition Score (BCS) der WSAVA (9-Punkte-Skala) – ideal sind 4–5/9. Übergewicht ist mit Folgeproblemen wie Bluthochdruck und Stoffwechselstörungen verknüpft. Interessant: In übergewichtigen Haushalten sind auch die Hunde häufiger zu dick.

Quelle: Muñoz-Prieto et al., 2017 (Obesity-Prevalence-Studie) · WSAVA Body Condition Score

Was in den Napf gehört

Lebensphase Schwerpunkt
Welpe mehr Energie & Eiweiß, mehrere kleine Mahlzeiten
Erwachsen ausgewogene Erhaltung, meist 1–2 Mahlzeiten
Senior weniger Kalorien, leicht verdaulich
Figur-Check (BCS): Von oben sollte eine Taille erkennbar sein, die Rippen unter leichtem Fettpolster fühlbar. Ist alles rund und die Rippen kaum tastbar, ist es meist zu viel.
Tipp aus der Praxis: Wiege die Tagesration ab, statt nach Gefühl zu füllen. Rechne Leckerli und Kauartikel mit – sie sollten höchstens rund 10 % der Tagesenergie ausmachen. Beim nächsten Tierarztbesuch den BCS gemeinsam bestimmen lassen.

Finger weg: nicht für Hunde

Einige Lebensmittel sind für Hunde giftig – z. B. Schokolade, Weintrauben/Rosinen, Zwiebeln und Xylit. Mehr dazu im Ratgeber Giftige Lebensmittel & Pflanzen für Hunde.

Häufige Fragen

Ein- oder zweimal am Tag füttern?

Erwachsene Hunde vertragen meist zwei Mahlzeiten gut – magenschonender als eine große Portion. Welpen brauchen mehrere kleine.

Wie erkenne ich Übergewicht?

Über den Body Condition Score: sichtbare Taille von oben, fühlbare Rippen. Im Zweifel den Tierarzt fragen.

Quellen

  • Muñoz-Prieto A. et al. (2017): Prevalence of Canine Obesity and Metabolic Dysfunction. Link

Bei Erkrankungen oder speziellem Bedarf die Fütterung mit Tierarzt oder Ernährungsberatung abstimmen.